Tanja Hauschild: Tradition bewahren – Fortschritt leben

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Tanja Hauschild, Gesellschafterin und Geschäftsführerin, ist mit ASPRA Dolmetscher- & Übersetzungsbüro groß geworden. Durch ihren Vater Khalid Nasir, Gründer von ASPRA, hat sie von Kindesbeinen an viel aus dem Geschäft mitbekommen und auch immer wieder bei Auftragsspitzen unterstützt. Seit 01.01.2014 ist sie nun Gesellschafterin und die Einzelfirma wurde in eine GbR. umgewandelt. Die Arbeit bei ASPRA macht ihr großen Spaß, da sie sehr abwechslungsreich ist. „Meine Arbeit hängt davon ab, wo wir im Jahr stehen und was gerade anfällt.“ Im Winter beispielsweise steht die jährliche Werbetour an. Im letzten Quartal des Jahres werden dann viele Kunden besucht und ASPRA stellt sich auch neuen Gerichten vor. Ansonsten unterstützt Tanja Hauschild in vielen weiteren Bereichen des Geschäfts von der Rechnungskontrolle, über die Kommunikation mit den Mitarbeitern, der Buchhaltung bis hin zur Akquise neuer Dolmetscher. „Ich liebe es, dass meine Arbeit so abwechslungsreich ist. Kein Auftrag ist wie der andere – nie.“ Auch stoße sie immer noch auf seltene Dialekte, für die Dolmetscher gesucht werden. „Es gibt immer wieder Projekte, die herausfordernd sind und wir stoßen auf Sprachen, die wir vorher noch nicht gekannt haben.“ Ein Ausgleich zu ihrem abwechslungsreichen aber auch herausfordernden Berufsleben findet sie in ihrer Freizeit. Dort liebt sie es, die freie Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen und zu entspannen. Gerne würde sie aber irgendwann einmal die USA und Kanada bereisen und die einmaligen Landschaften während einer Reise durch das Land erleben.

Tanja Hauschild selbst ist einsprachig aufgewachsen, ihr Vater stammt aus Pakistan, ihre Mutter ist Deutsche. „Als kleines Kind war mein Interesse nicht sehr groß, Urdu zu lernen. Ich habe meinen Vater immer wieder gefragt: `Wieso sprichst du so komisch? ` Meine Mutter, meine Freunde, alle sprachen Deutsch, deshalb war Deutsch meine Sprache. Ich mag die Sprache einfach sehr gerne. Für Ausländer ist es schwierig die deutsche Sprache zu lernen. Wer das Glück hat, Deutsch als Muttersprache zu haben, macht sich darüber gar keine Gedanken.“ Neben der deutschen gefallen ihr vor allem die spanische und die französische Sprache. „Spanisch hat mir schon immer gut gefallen und ich habe auch schon einmal ein halbes Jahr in Spanien verbracht. Allerdings klingt die Sprache manchmal, wenn sie schnell gesprochen wird, etwas hart. Französisch dagegen klingt weich und schön. Aus romantischen Gesichtspunkten eine der schönsten Sprachen der Welt für mich.“

Aufgewachsen in Frankfurt fühlt sie sich mit Deutschland sehr verwurzelt. Die Leidenschaft für die Welt der Sprachen wurde durch ihre Arbeit bei ASPRA entfacht. „Durch die Zusammenarbeit mit unseren Dolmetschern und Übersetzern wächst meine Leidenschaft für Sprachen beinahe täglich. Ich arbeite mit so vielfältigen Menschen zusammen. Es ist einfach interessant sich mit anderen Kulturen und anderen Sprachen zu beschäftigen.“ Ein Satz, den eine Dolmetscherin bei einem Bewerbungsgespräch einmal zu ihr gesagt hat, ist ihr dabei besonders in Erinnerung geblieben: „Sprache bedeutet die Macht, Brücken zu bauen zwischen Menschen und Traditionen.“ Selbst die nonverbale Kommunikation, wie beispielsweise die Gebärdensprache, weist Unterschiede von Sprache zu Sprache auf. „Die Gebärdensprache auf Arabisch ist anders als die in Deutschland. Es ist unfassbar, wie viele Sprachen es mit Dialekten und Stammessprachen insgesamt gibt.“ Dabei ist es für sie besonders faszinierend, wie sich die Sprache im Laufe der Zeit entwickelt hat und welche Unterschiede es in der Schrift gibt. „Wir haben manchmal Übersetzungen, bei denen nur Kreise und Linien auf einem Blatt Papier stehen. Für uns in der Lateinschrift unvorstellbar, dass man daraus etwas herauslesen kann.“ Diese Vielfalt macht die Welt der Sprachen zu etwas Besonderem: „Das Leben wäre eintönig, wenn wir alle die gleiche Sprache sprechen würden.“

Interview geführt und geschrieben von Daniela Seiberle